Sauerstoffbrillen und Sauerstoffmasken

Sauerstoffbrillen

Sauerstoffbrillen, auch bekannt unter der Bezeichnung "Nasenbrillen", sind das in der Sauerstoff-Langzeittherapie gängigste Hilfsmittel zur Gabe von Sauerstoff mittels angeschlossenem Sauerstoffkonzentrator oder Sauerstoffflasche. Sie haben die Aufgabe, den Sauerstoff vom Gerät zu den Atemwegen zu transportieren. Im Gegensatz zur Sauerstoffmaske lassen sich Sauerstoffbrillen im alltäglichen Tagesablauf sehr leicht integrieren. Sie stören nicht beim Essen oder Trinken und sind - gerade wichtig für aktive Anwender - kaum sichtbar. So fällt es leicht, auch mit mobilen Sauerstoffkonzentratoren oder kleinen Flaschen kombiniert am Alltagsleben teilzuhaben ohne ständig auf eine Erkrankung angesprochen zu werden oder - unnötigerweise - beschämt zu sein.

Wichtig ist es, die richtige Sauerstoffbrille auszuwählen, die sowohl zu den anatomischen Gegebenheiten als auch zur Art der Sauerstoffversorgung passt. Wenn eine Sauerstoffbrille drückt und stört, wird sie ungern getragen. Der Markt hält verschiedenste Modelle bereit. Größen, die geeignet sind vom Frühchen bis zum Erwachsenen, mit unterschiedlich langen Sauerstoff-Sicherheitsschläuchen, Durchflussraten, verschieden gearbeiteten Nasenkanülen (gerade, gekrümmt / gebogen, dünn, dicker, länger, kürzer, unterschiedliche Abstände zwischen den Kanülen), in unterschiedlichen Härten (von soft-weich bis normal) und Arten der verwendeten Materialien (Polyvinylchlorid = PVC oder Silikon) und auch phthalatfreie Versionen.

Für spezielle Anwender gibt es auch Sauerstoffbrillen als Nasal-Oral-Brille. Bei diesen Brillen gibt es keine in die Nase einzuführenden Nasenkanülen, sondern der Steg wird unterhalb der Nase platziert. Bei Zuführung von Sauerstoff wird eine Art kleine Sauerstoffwolke erzeugt, so dass sowohl Nasen- als auch Mundatmung  bei trotzdem ausreichender Sauerstoffversorgung gewährleistet ist. Sehr angenehm für Betroffene, die bei Verwendung "normaler" Sauerstoffbrillen mit trockenen, empfindlichen Nasenschleimhäuten und häufigem Nasenbluten zu kämpfen haben oder eine nasale Atmungsbehinderung vorliegt und für die eine Sauerstoffmaske nicht in Frage kommt.

Welche Art der Nasenkanüle für Sie in Frage kommt, lässt sich am besten nur durch Probieren herausfinden. Manche finden gerade Nasenkanülen angenehmer, andere bevorzugen gekrümmte, konisch zulaufende Kanülen. Auch die Härte des Materials empfindet jeder anders. Auch hinter den Ohren sollte die Sauerstoffbrille nicht drücken oder zu fest angezogen sein, da schnell Druckstellen entstehen, die nur langsam verheilen. Für empfindliche Anwender oder zur Vorbeugung bei bettlägerigen Patienten gibt es Ohrpolster aus Schaumgummi, die Druckstellen verhindern können.

Je nach Durchflussrate (Flow) gibt es auch Sauerstoffbrillen in der High-Flow-Variante. Diese weisen einen größeren Querschnitt auf und sind bei hohen Flußraten geräuschärmer. Wieviel Flow erforderlich ist, wird Ihnen Ihr Lungenfacharzt mitteilen.

Zum persönlichen Wohlfühlen gehört auch eine regelmäßige Reinigung der Sauerstoffbrille. Es gibt spezielle, antibakterielle Reinigungslösungen für Sauerstoffbrillen. Auch ist es möglich, z. B. Silikon-Sauerstoffbrillen mit auswechselbarem Nasensteg zu benutzen oder diesen in destilliertem Wasser abzukochen. Manche empfehlen das Durchspülen der Sauerstoffbrillen, was aber nicht unumstritten ist, da durch die Feuchtigkeit im Schlauch der Sauerstoffbrille auch Keime gedeihen könnten. Daher sollte die Sauerstoffbrille regelmäßig gewechselt werden. Die Empfehlungen schwanken zwischen wöchentlichen und 14-tägigen Wechselintervallen, wobei wir eher einen kürzeren Zeitraum empfehlen. Nach Erkältungen sollte die Sauerstoffbrille grundsätzlich gewechselt werden, um die Keimbelastung zu minimieren. Bei starken Erkältungen mit Fließschnupfen kann es nötig sein, die Sauerstoffbrille täglich zu wechseln. Bitte sparen Sie hier nicht am falschen Ende, Ihrer Gesundheit zuliebe.

Sauerstoffmasken

Sauerstoffmasken, auch O2-Atemmasken genannt, werden in der Sauerstoff-Langzeittherapie eingesetzt um den durch ein Gerät bereitgestellten Sauerstoff zum Anwender zu transportieren. Sie decken sowohl die Nase als auch den Mund ab. Sie sind nicht so beliebt wie Sauerstoffbrillen, da sie beim Essen, Trinken und Sprechen behindern und als störender Fremdkörper im Gesicht empfunden werden können. In der Notfallmedizin werden sie häufig eingesetzt, weil sie schnell anzulegen sind, auch bei bewußtlosen Patienten. Insbesondere bei Patienten mit COPD ist im Zusammenhang mit Sauerstoffgaben Vorsicht geboten, da ein Atemstillstand durch zuviel Sauerstoff auftreten kann. Bitte sprechen Sie Ihren Lungenfacharzt darauf an, wenn Sie unter COPD leiden und u. U. Sauerstoff erhalten sollen.

Es gibt Sauerstoffmasken für Kinder und Erwachsene in verschiedenen Härten, als Ganzgesichtsmaske oder als klassische, kleinere Sauerstoffmaske, auch DEHP-frei.

Die Sauerstoffmaske lässt sich bedingt individuell an die Nase anpassen mittels biegbarem Nasenbügel und Gummibändern am Hinterkopf und hinter den Ohren. Sie verfügt über seitlich eingearbeitete Ventilplättchen, die das Einströmen von Außenluft minimieren und ein Ausatmen erleichtern sollen. Standardmäßig ist ein Sauerstoff-Sicherheitsschlauch an die Maske angeschlossen, den es in unterschiedlichen Längen gibt. Dieser Schlauch lässt sich bei den meisten Sauerstoffmasken abziehen und durch einen Schlauch Ihrer Wahl ersetzen.

Eine weitere Form der Sauerstoffmaske ist die mit einem Reservoirbeutel. Dieser ist an der Stelle an der Maske angeschlossen, wo bei Standard-Sauerstoffmasken der Schlauch abgeht. Bei den Masken mit Reservoirbeutel ist der Sauerstoffschlauch seitlich abgehend angebracht. Diese Art Masken ermöglichen eine Versorgung mit hohen Sauerstoffkonzentrationen und es gibt sie mit Teil-Rückatmung oder ohne Rückatmung.

Die Sonderform Sauerstoffmasken mit einer luftgefüllten Wulst werden meist für die Beatmung im Anästhesiebereich eingesetzt. Sie sind anders aufgebaut und werden im Homecare-Bereich normalerweise nicht eingesetzt.

Weiterhin gibt es sog. Aerosolmasken, die auf den ersten Blick Sauerstoffmasken gleichen, jedoch nicht über die seitlichen Ventilplättchen verfügen und an die statt eines Beutels ein kleines Verneblertöpfchen für die Medikamentenzerstäubung angebracht ist. Seitlich verfügen diese Masken über einen Schlauchabgang.

Ähnlich den Sauerstoffmasken mit Reservoirbeutel sind Hyperventilationsmasken. Auch diese Masken verfügen über einen angeschlossenen Beutel, jedoch nicht über einen Schlauchabgang.

Wie Sauerstoffbrillen sind auch Sauerstoffmasken regelmäßig zu wechseln. Wir empfehlen einen Wechsel nach maximal 14 Tagen oder bei starker Verschmutzung. Auch nach Infektionskrankheiten im Mund-Nase-Rachen-Bereich sollte die Maske auf Grund der Keimbelastung ersetzt werden. Die Reinigung der Masken kann durch Auskochen erfolgen (Gummibänderung besser entfernen). Die Schläuche sind schwieriger zu reinigen und sollten bei Bedarf lieber ersetzt werden, denn beim Durchspülen kann Restfeuchte in den Schläuchen verbleiben, ein idealer Nährboden für Keime, die dann ggf. von Ihnen eingeatmet werden. Bei starkem Schwitzen unter der Maske, z. B. bei hohen Außentemperaturen, empfiehlt es sich, die Maske zwischendurch kurz mit einem feuchten, fusselfreien Tuch trocken zu reiben und ggf. den Einsatz einer Sauerstoffbrille statt -maske in Erwägung zu ziehen.